Milwaukee Bucks: Die Schlüssel zu ihrem Erfolg!

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Kein Team spielt in der Saison 2018-19 bisher einen besseren und erfolgreicheren Basketball als die Milwaukee Bucks. Aus 57 Spielen holte das Team 43 Siege, bedeutet sie gewinnen 75.4% ihrer Spiele.

Sie haben nicht ein einziges Mal 2 Spiele am Stück verloren, und gingen in 14 ihrer letzten 16 Spiele als Sieger vom Platz.

Man ist 5-2 in den 7 Spielen gegen die anderen 3 Top Teams im Osten (Raptors, Celtics und Sixers), und hat in dieser Saison außerdem bereits Auswärtssiege gegen die Warriors, Nuggets und Rockets geholt.

Wenn man nach den Schlüsseln zum Erfolg sucht, reicht zu Beginn erst einmal ein Blick auf das diesjährige All Star Weekend. Team Giannis, in dem auch Kollege Khris Middleton dabei war, wurde gecoached von Mike Budenholzer, dem Head Coach der Bucks. Middleton war ebenfalls Teilnehmer des 3- Point Contests. 

Giannis Antetokounmpo, The Greek Freak, ist einer der Top Favoriten auf den diesjährigen MVP Titel. Er ist der Anführer und große Star der Truppe. Seine Stats sind beeindruckend: 27.2 PPG, 12.7 RPG, 6.0 APG, 1.4 SPG und 1.4 BPG in nur 33.3 Minuten pro Spiel. Das macht er bei einer extrem starken True Shooting Quote von 63.8%. Sein PER steht bei 30.3, ebenfalls ein außergewöhnlicher Wert. Das große Problem ist und bleibt der Wurf, vor allem der Dreier. Zum Beginn der Saison war er auf Kurs, die schlechteste Dreierquote aller Zeiten aufzulegen, allerdings wird es von Monat zu Monat besser, mittlerweile steht er bei 22.3%. Das ist allerdings immer noch ein katastrophaler Wert. Im Oktober noch bei 6.3% gewesen, steigerte er sich im November auf 14.3%, im Dezember auf 22.3%, und im Januar auf 30.6%. In den 6 Spielen im Februar steht er aktuell einer Quote von 37.5%.

Khris Middleton, der häufig vergessene zweite All Star im Team, ist ebenfalls unheimlich wichtig für das Team. Seine 17.1 Punkte pro Game bei einer TS% von 55.6, dazu die vielen Dreier bei 38% sind ein großer Bestandteil des Erfolges.

Mike Budenholzer ist einfach ein genialer Coach. Das zeigte sich schon in Atlanta, wo er das Team 2014-15 zu 60 Siegen in der Eastern Conference führte, und später in den Playoffs sogar in die Ost- Finals. Die defensive Stärke der Bucks unter ihm ist kein Zufall, und das offensive System ist deutlich besser an die Spieler angepasst, als beispielsweise das von Jason Kidd. Er holt das Maximale aus dem ihm zur Verfügung stehenden Spielermaterial heraus, und das ist beeindruckend.

Die Starting Five besteht neben Antetokounmpo und Middleton aus Eric Bledsoe, Malcolm Brogdon und Brook Lopez. Alle 3 sind extrem wichtig für das, was die Bucks tun. Bledsoe gehört zu den besseren Point Guards der Liga, und ist ein guter Scorer und Playmaker. Brogdon ist Stand jetzt ein Teil des elitären 50-40-90 Clubs. 50.6% aus dem Feld, 40.8% von Downtown, und lächerliche 93.8% von der Freiwurflinie. Ihn zeichnet seine Effizienz und sein hoher Basketball IQ aus. Komplettiert wird die Startaufstellung von Lopez, bei dem einem zuerst ein Wort einfällt: Dreier. Über 6 davon wirft er pro Spiel, und trifft dabei eine beachtliche Quote von 37.2%. Außerdem ist er ein unterbewerteter Verteidiger, vor allem in der Zone.

Man hat also Giannis, und 4 Spieler um ihn herum, die alle zweistellig scoren, ihm Platz verschaffen, und alle ihre Aufgaben mehr als solide erfüllen. Das hört sich ziemlich gut an.

Kommen wir zur Bank, bestehend unter anderem aus Spielern wie Trevon Duval, Christian Wood, Tony Snell, Ersan Ilyasova, George Hill und neuerdings auch Nikola Mirotic. Ins besondere letztere 3 sind wichtige Rollenspieler, die alle auf ihre Minuten kommen, bzw. im Fall von Mirotic kommen werden.

Die Mischung aus einem NBA Superstar, einer starken Starting Five, klasse Coaching und Tiefe auf der Bank macht die Bucks zum Top Team der bisherigen Saison.

Das waren die individuellen Bausteine, weiter geht es mit der Spielweise und den Erfolgsgründen als Team, unterteilt auf der einen Seite in den Eye Test, auf der andere in Zahlen und Fakten, die das belegen.

Milwaukee spielt einen wunderschönen Basketball. Schnelles Tempo, viele Dunks, sie kreieren offene Würfe, spielen effizient und verteidigen hart. Der Großteil ihrer Würfe kommt entweder von nah am Korb, oder außerhalb der Dreierlinie. Dank überragendem defensiv- Rebounding können sie blitzschnell umschalten, was meistens zu einfachen Punkten am anderen Ende führt. Häufig enden diese Angriffe mit Dunks von Giannis. 

Die Defense ist überragend. Mit Giannis hat man einen DPOY- Kandidat, aber auch der Rest der Truppe macht einen tollen Job. Würfe des Gegners werden stark verteidigt, die Zone ist dicht, außerdem kommen die Bucks dabei ohne viele Fouls aus.

Man sieht, Milwaukee steht nicht ohne Grund da oben, sie spielen einfach tollen Basketball.

Das war der Eye Test, also die Dinge, die man sieht wenn man ihnen zuschaut.

Nun kommen wir zu den Zahlen und Statistiken.

Fangen wir mit der Offensive an:

Die Bucks haben das 4. beste Offensiv Rating der NBA (113.0), hinter den Warriors, Rockets und Nuggets. Sie haben, jeweils hinter Golden State, die zweithöchste EFG% mit 55.2 und TS% mit 58.4. Sie spielen mit dem 5. höchsten Tempo der NBA (103.1). 18.1 Punkte nach Turnovern stehen pro Spiel zu Buche, der 6. höchste Wert der LIga.

Zu ihrer Wurfauswahl: 41.5% all ihrer Würfe sind Dreier, nur die Houston Rockets haben einen höheren Wert. 42.3% ihrer Würfe sind von einer Entfernung von 0-4 ft, von da werden in der NBA die effizientesten Würfe genommen. Die Wurfauswahl der Bucks ist der Schlüssel zum Erfolg, über 80% der Würfe sind entweder Dreier oder von direkt am Ring. Ineffiziente lange Mitteldistanzwürfe gibt aus so gut wie gar nicht.

Coach Bud hat einen Plan, und der wird so wie er ist auf dem Court umgesetzt. Dabei raus kommt eine überragende Offense, die unglaublich effizient ist.

Wer allerdings dachte, dass die Offensive der beste Teil des System ist, hat sich geirrt.

Milwaukee stellt die beste Defense der Association. Das DEFRTG von 103.5 ist ligaweit an der Spitze, ebenso wie die EFG% der Gegner (50.0), die defensive Reboundquote (80.6%) und die Qoute für die gegnerischen Freiwurfversuche pro Wurf (16.7%). 

In all diesen Kategorie sind die Bucks ganz oben. Zusammengefasst: Gegner werfen gegen sie am schlechtesten, holen die wenigsten offensiven Rebounds und bekommen die wenigsten Freiwürfe. Es ist unglaublich, dass ein Team in all diesen Bereichen das Beste ist.

Sie holen 5.9 Blocks pro Spiel, der zweithöchste Wert.

Bei den gegnerischen Punkten nach eigenen Ballverlusten (14.6 pro Spiel) sind nur die Hornets besser. Auch die Transition D der Bucks kann sich also sehen lassen.

Bei den 2nd Chance Points der Gegner liegen sie auf Rang 4, was sich vor allem durch das brillante Rebounding erklären lässt. Und wie bereits oben gesagt, die Zone ist dicht. Sie erlauben gerade mal 40.7 gegnerische Punkte in der Zone pro Spiel, ligaweit Top Wert.

Auch hier ist es eine Mischung aus dem System eines Coaches wie Budenholzer, und individuell starken Verteidigern. Vor allem die Länge der Bucks macht sich dabei bemerkbar.

In der Summe steht das MIT ABSTAND beste Net Rating der Liga, mit 9.6. Zweiter sind die Warriors, mit einem Wert von 6.9.

Wie sich unschwer erkennen lässt, kommen die 43 Siege aus 57 Spielen nicht von ungefähr.

Egal ob offensiv oder defensiv, die Statistiken sprechen Bände.

Die Starting Lineup spielte bisher die mit Abstand meisten Minuten zusammen. Giannis, Middleton, Brogdon, Bledsoe und Lopez standen bisher fast 500 Minuten gemeinsam auf dem Feld, und sind dabei in so gut wie jeder Kategorie besser als die 5 Spieler der Gegner. Vor allem die +9.5 Punkte, die sie pro 100 Ballbesitze mehr machen als ihre Gegner, sind beeindruckend.

Aber auch ohne Giannis funktioniert es. Beispielsweise in den 50 Minuten bisher, in denen der Greek Freak durch Ilyasova ersetzt wurde, hatte man ein NETRTG von +20.0.

Auch wenn Giannis der wichtigste und beste Spieler der Bucks ist, es ist keine LeBron- Cleveland Situation. Das Team fällt nicht auseinander, wenn der Grieche auf der Bank ist. Sie schlagen sich auch dann noch relativ gut, vor allem dank der Breite ihres Kaders.

Natürlich sind die Bucks nicht in jedem Bereich ausgezeichnet. Ihre Dreierquote steht in dieser Saison bei 34.9%, womit sie auf Rang 18 liegen. Auch ihre 76.9% von der Freiwurflinie liegt im Mittelmaß der NBA. Bei den Ballverlusten pro Spiel stehen sie mit ihren 14.2 auf Platz 18 ligaweit. Auch am offensiven Brett muss sich das Team noch steigern. Nur 3 Teams haben eine schlechtere offensive Reboundquote als Milwaukee.

Also, wie jedes andere Team auch sind die Bucks nicht perfekt.

Zum Abschluss schauen wir uns noch kurz an, wo sich die Bucks im Vergleich zur Vorsaison verbessert haben.

Offense und Defense sind jeweils stärker, vor allem in der D hat man einen riesigen Sprung gemacht. Man spielt mit einem deutlich höheren Tempo. Sie werfen effizienter, und ihre Gegner weniger effizient. Man nimmt mehr Würfe direkt am Korb, ebenso mehr Dreier.

Milwaukee hat sich im Vergleich zum Vorjahr in nahezu jeder Kategorie verbessert, was zum einen an der Entwicklung der eigenen Spieler liegt, zum anderen damit zusammen hängt, dass man mittlerweile einen Elite- Coach hat.

Worauf ich jetzt nicht näher eingehen werde, ist auf die Playoffs Chancen des Teams. Ich schätze diese als nicht all zu hoch ein, allerdings hat das nichts mit einer Analyse zu tun. Daher gehört es hier auch nicht rein.

Fakt ist, in der bisherigen Saison sind die Milwaukee Bucks das beste Team der NBA!

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