Ein König für die Stadt der Engel

LeBron’s Wechsel nach Los Angeles – die Geschichte.

30. Juni 2018. 9:01 p.m. Pacific Time. Brentwood, Los Angeles. Es klingelt an der Tür eines $23 Mio. Anwesens. LeBron James öffnet, und vor ihm steht Earvin „Magic“ Johnson Jr.. Die beiden Basketball Legenden sind verabredet. Zu einem Gespräch, dass LeBron davon überzeugen soll, bei den Los Angeles Lakers zu unterschreiben. Keine aufwändigen Meetings, wie in 2010, wo 5 Teams im großen Stiel nach Cleveland reisten, um den King zu überzeugen. Einfach nur 2 Männer, die über Basketball und Business reden.

Ein paar Stunden später lässt James, mittlerweile auf dem Flug nach Europa, durch seine Agency „Klutch Sports“ verkünden, dass er einen Vertrag über 4 Jahre, $154 Mio. bei den Lakers unterschreiben wird.




Dieser Wechsel hat sich über Jahre angebahnt, viel ist passiert und viel musste passieren, um den größten Spieler seiner Generation mit dem größtem Team der amerikanischen Sportgeschichte zu vereinen.

In dieser Erzählung möchte ich einen Einblick in alle Ereignisse geben, die meiner Meinung nach auf einen Wechsel zu den Lakers hingedeutet haben, und dazu detailliert aufzeigen, wie es zu dem Wechsel kam.

Beginnen wir unsere Geschichte im Jahr 2014. Nach der krachenden Finals Niederlage gegen ein überragendes Spurs Team wurde LeBron Free Agent. Schon damals zeigten die Lakers Interesse, aber nach einiger Zeit wurde klar, dass nur 2 Teams wirklich im Rennen waren, um sich die Dienste des besten Spielers der Welt zu sichern: Miami und Cleveland. Bekanntlich fiel die Entscheidung auf Cleveland. LeBron hatte eine große Aufgabe, ein Lebensziel auf dem Court: Die NBA Championship nach Ohio zu bringen. 

2 Jahre später, mit dem größten Comeback der NBA Finals Geschichte, erfüllte „der Auserwählte“ sein Versprechen. Gegen die 73-9 Warriors gewann Cleveland in Game 7 mit 93-89. Nachdem LeBron in den 2 Jahren zuvor jeweils nur 1+1 Verträge mit den Cavs unterschrieben hatte, also 2- Jahresverträge, mit der Option, nach dem ersten Jahr auszusteigen, steckte er sein Vertrauen in Dan Gilbert, und unterschrieb einen 2+1 Vertrag, mit der Option, nach dem zweiten Jahr auszusteigen. Das war ein großer Schritt für James, dessen Verhältnis zum Eigentümer nach dessen offenen Brief 2010 nie wieder repariert werden konnte.


(Jose Carlos Fajardo/Bay Area News Group/TNS)


Nach Kevin Durant’s Wechsel nach Oakland, und der damit zusammenhängenden Erschütterung der NBA, war allen klar, dass der Titel im folgenden Jahr nur über Golden State geht. Und genau so kam es auch, im Finale hatte Cleveland nicht den Hauch einer Chance, es setzte den sogenannten „Gentleman’s Sweep“, ein 4-1.

Es war der erste Sommer in 3 Jahren, in dem LeBron nicht Free Agent war, also nicht so viel Macht und Einfluss auf die Franchise in Cleveland hatte. 

Wir schreiben den 19. Juni 2017, auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten Titel der Teamgeschichte. David Griffin, General Manager des Teams, hatte gerade damit begonnen, mit den Chicago Bulls über einen möglichen Jimmy Butler Trade zu verhandeln. An diesem Tag wurde die Entscheidung getroffen, dass Griffins Vertrag, der am 30. Juni auslaufen sollte, nicht verlängert wird. Er wurde nicht gefeuert, stattdessen hieß es, dass Gilbert und Griffin nicht die selben Vorstellungen für die Zukunft des Teams hätten. Fakt ist, dass Dan Gilbert ihn nicht mehr als GM haben wollte. Griffin war in der ganzen Organisation sehr angesehen, vor allem aber bei den Spielern. Am meisten jedoch bei LeBron James, der keine Ahnung hatte, und erst danach davon erfuhr. 

Es war ein wichtiger Sommer für Cleveland, die das Ziel hatten, einen Kader aufzustellen, der mit dem der Golden State Warriors mithalten konnte. Den Vertrag mit einem überaus fähigen GM nicht zu verlängern (Griffin hatte Irvings Vertrag verlängert, LeBron geholt, den Love Trade eingefädelt, Ty Lue zum Head Coach gemacht, und wichtige Rollenspieler zum Team hinzugefügt (Smith, Shumpert, Frye, Korver, Mozgov)), sorgte bei vielen für großes Unverständnis.

Ein paar Tage später kam es zu einem inoffiziellen Treffen, bei denen Mitglieder aus der Cavs Front Office, Coaching Staff Mitglieder und Team Berater über die Zukunft von All Star Point Guard Kyrie Irving berieten. Dabei ging es darum, ob man Kyrie traden sollte, wenn sich eine gute Gelegenheit dazu ergeben sollte. Außerdem diskutierte man, was man auf dem Markt für einen Spieler von Irving’s Kaliber bekommen könnte. Kyrie bekam Wind davon, kein Wunder, bei der vergleichsweise hohen Anzahl von Teilnehmern des Treffens. Der Frust über eine weitere Finals Niederlage, der Inhalt des Cavs Meetings, und der Fakt, dass Kyrie keine Lust hatte, in Cleveland zu bleiben, sollte LeBron das Team irgendwann verlassen, führten ungefähr 2 Wochen später dazu, dass Irving bei Dan Gilbert den Trade forderte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch 2 Jahre Vertrag, Cleveland hatte also keine Eile, ihren jungen Star zu traden.

Irving wurde schließlich Ende August für Isaiah Thomas, Jae Crowder, Ante Zizic, und die Rechte an Brooklyns 2018 1. Runden- Pick nach Boston geschickt. Kurz davor kam es allerdings zu einer interessanten Geschichte. Coach Lue war in Kalifornien, als er hörte, was die Front Office mit Kyrie geplant hatte. Er machte sich auf den Weg zu James, der ebenfalls in der Umgebung war. Es kam zu einem Telefonat zwischen LeBron und dem neuen GM der Cavs, Koby Altman. James Nachricht war deutlich: „Tradet Kyrie nicht, erst recht nicht zu den Celtics. Lasst ihn zum Trainingslager kommen, ich kümmere mich um den Rest. Wir bekommen das geregelt“. Laut 4 verschiedenen Quellen wurde LeBron am Ende des Gesprächs versichert, dass der geplante Trade nicht stattfinden würde.

Kurze Zeit später war Kyrie ein Mitglieder der Boston Celtcs. James sagte später, dass er nicht glaube, dass Altman ihn angelogen hat. Vielmehr war es das Einschreiten von Dan Gilbert, der am Ende die Entscheidung getroffen hat. Von diesem Moment an war LeBron klar, dass nicht Altman die wichtigen Entscheidungen trifft, so wie einst David Griffin, sondern der Eigentümer. Mitglieder der Cavs streiten das bis heute ab, man habe James kein Versprechen gegeben, dass der Trade nicht durchgeführt wird. Außerdem habe Altman James gefragt, ob er sich langfristig an das Team binden würde, wenn Irving bliebe, was der dieser allerdings ablehnte.

LeBron sagte später über den Kyrie Irving Abgang, dass „es der Anfang vom Ende war“. Er hatte damals schon Zweifel, wie lange seine Zeit in Cleveland noch gehen wird, und innerhalb eines Sommers wurde „sein“ General Manager nicht gehalten, und „sein“ All Star Point Guard wurde getradet.

Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass diese 2 Ereignisse in Kombination mit seinem Weigern, sich mündlich an das Team zu binden, kein gutes Ende für die Franchise aus Ohio nehmen würden.

Der Trade war mutig, und sah im ersten Moment auch nicht so schlecht aus. Kurze Zeit später wurde aber bekannt, dass Thomas Hüftverletzung doch ein ganzes Stückchen ernsthafter ist, als man in Cleveland zuerst angenommen hatte. Laut NBA Regeln konnte Cleveland vom Trade zurücktreten. Wieder meldete sich James zu Wort, wollte Altman davon abbringen, wieder änderte es nichts. Obwohl Cleveland die mächtigere Verhandlungsposition hatte (Boston konnte IT und Crowder unmöglich zum Team zurück bringen), holten sie gerade mal einen 2. Runden- Pick extra  raus. Irving war endgültig bei den Celtics.

 

“Jeder weiß, dass der Kyrie-Trade der Anfang vom Ende für alles gewesen ist. Das ist kein Geheimnis”

LeBron James im Interview mit Joe Vardon

 

LeBron nutzte den Sommer nicht nur, um zu entspannen, sich auf die Saison vorzubereiten und Zeit mit seiner Familie zu verbringen, sondern auch, um sein Business- und vor allem Entertainment Imperium weiter auszubauen. Dafür verbrachte er, wie jeden Sommer, viel Zeit in Los Angeles. Er hatte sich schon länger einen Namen in Hollywood gemacht. Im Jahr 2015 gründete er zusammen mit Maverick Carter die Firma „SpringHill Entertainment“, mit der er seitdem viele Serien und Filme in Hollywood produziert hatte. Es wurde deutlich, dass James angefangen hatte, sich früh ein zweites Standbein neben dem Basketball aufzubauen, mit großem Erfolg. 


http://shentertainment.com


Man muss natürlich nicht in L.A. leben, um im Entertainment Business tätig zu sein, aber schaden kann es auch nicht. Bei den Lakers dürfte man diese Entwicklungen trotzdem mit Freude aufgenommen haben.

Natürlich hat man nicht nur bei den Cavs, sondern auch bei den Lakers hart dafür gearbeitet, LeBron an die Westküste zu holen.

Springen wir zurück in den Winter 2017, um genau zu sein zum Dienstag, den 20. Februar. Die Los Angeles Lakers, die glorreichste Franchise der NBA, waren das drittschlechteste Team der Liga, mit 19 Siegen aus 58 Spielen, auf dem die Playoffs zum 4. mal in Folge verpassen, negativ Rekord. Jeanie Buss, Eigentümerin des Teams, und Tochter der verstobenen Legende Jerry Buss, feuerte General Manager Mitch Kupchak und ihren eigenen Bruder, Vize Präsident Jim Buss. Letzterer behielt seine Anteile am Team, die Macht aber hatte Jeanie, so wie es der Vater wollte. Ein Nachfolger stand schon bereit, und es war niemand geringeres als Lakers Legende Earvin „Magic“ Johnson. Er soll das Team erneut zu einer Meisterschaft führen, zu Banner Nummer 17.  Dafür bekam er das Zepter in die Hand, mit dem Recht in allen Basketball Fragen frei entschieden. 


Damian Dovarganes/Associated Press


Einen Tag später wurde Lou Williams zu den Houston Rockets getradet, für Corey Brewer und einen zukünftigen Draft Pick. Der erste Schritt in Richtung LeBron James war getan.

Der Sommer 2017 war ein sehr wichtiger für L.A.. Nachdem man im Sommer zuvor 2 grauenvolle Verträge mit Deng und Mozgov abgeschlossen hatte, war es an der Zeit, Platz unter der Gehaltsgrenze zu schaffen. Dafür tradete Magic D’Angelo Russel und Timofey Mozgov zu den Brooklyn Nets, für Brooke Lopez und den 27. Overall Pick im Draft 2017. Damit brachte er das Team in Position, einen großen Free Agent im nächsten Sommer zu verpflichten. 

 

„Schaut in mein Gesicht, seht ihr mein Lächeln? Seht ihr es? Ok, gut. Ich habe immer auf mich selber gesetzt, richtig? Ich bin zufrieden, da wo wir sind. Ich bin glücklich damit. Ich bin begeistert. Lakers Fans sollten begeistert sein. Wir sind zurück.“

Magic Johnson im Interview mit Baxter Holmes von ESPN

 

Mit dem Abgang von Russel war dann auch klar, dass man mit dem 2. Pick im Draft Lonzo Ball, College Sensation von der UCLA, auswählen würde. Dazu kam es dann schließlich am 22. Juni 2017 im Barclays Center in Brooklyn. Nachdem die Sixers, wie erwartet, Markelle Fultz mit dem 1. Pick gedraftet hatten, war Lonzo Ball ein paar Minuten später an der Reihe. Mit dem 27. Pick zog man den jungen Kyle Kuzma aus Flint, Michigan. Die Rechte hatte man aus dem Russel- Trade mit den Nets. An 30. Stelle wurde Josh Hart gezogen, mit dem Pick aus dem Lou Williams- Trade. 3 Spieler, die wichtig für die Zukunft des Teams sind, wurden innerhalb eines Abends gezogen.


Brad Penner-USA TODAY Sports


12. Juli 2017. Las Vegas, Nevada. Es war Zeit für die NBA Summer League. Die Los Angeles Lakers spielten gegen die Philadelphia 76ers. Im Publikum an diesem Abend saß royaler Besuch, in Form von LeBron James, der sich das Spiel anschaute. Am gleichen Abend fanden auch die ESPYs statt, bei denen James den Award als „NBA Player of the Year“ gewann. Stattdessen saß er in Vegas, und genoss eine andere Show, nämlich die von Lonzo Ball. 36 Punkte, 8 Rebounds, 11 Assists, 5 Steals und 2 Blocks. Big Baller Style. 



Ein paar Wochen vorher hatte Lonzo im Interview mit Sportscenter eine Nachricht an den King: „Hey LeBron, ich mag es zu gewinnen, ich weiß, du magst es zu gewinnen, ich glaube unsere Spielweisen könnten sich gegenseitig sehr gut helfen, und jedes mal, wenn du den Ball haben willst, sag es einfach. Er wird da sein“.

Es waren allerdings nicht die einzigen interessanten Lakers News am 12. Juli. ESPN’s Brian Windhorst berichtete als erster, dass Free Agent Kentavious Caldwell-Pope einen 1- Jahresvertrag über 18 Mio. $ bei den Lakers unterschrieben hat. Nachdem Detroit für Avery Bradley getradet hatte, wurde KCP verfügbar. Viele Teams waren am damals 24- jährigen interessiert, am Ende viel die Entscheidung auf LA. Für beide Seite eine Win-Win Situation, vor allem für die Lakers, die einen talentierten Flügelspieler an die Seite von Ball stellen konnten, und außerdem ihre Cap Flexibilität für den nächsten Sommer behielten.

Was diesen Move so interessant machte, war der Fakt, dass KCP von Klutch Sports repräsentiert wird, von Rich Paul, der gleichzeitig der Agent von LeBron James ist, ebenso wie einer seiner engsten Vertrauten. Magic konnte damit Kontakt zu LeBron’s Vertretern aufbauen, ohne gegen Liga Regeln zu verstoßen. Paul konnte bei den Lakers täglich ein und ausgehen, schon allein deshalb lohnte sich der Vertrag für Pope.


https://www.behance.net/gallery/8197865/Klutch-Sports-Group


Es war ein interessanter Sommer rund um LeBron. Ärger in Cleveland, der Aufschwung der Lakers, in den Medien wurde immer öfter diskutiert, wie die Zukunft des größten Spielers seiner Generation aussehen könnte. Man hatte das Gefühl, dass sein Wunsch, seine Karriere bei dem Team zu beenden, bei dem sie begonnen hatte, nicht mehr so stark war, wie er vor einem oder zwei Jahren war.

Es begann James Saison Nummer 15, die erste seit 2011, in dem er nicht Teil einer dominanten Big 3 war. Dafür aber mit einem alten Freund, Dwyane Wade. Die Saison startete nicht unbedingt so, wie man es sich in Cleveland gewünscht hatte. Nur 5 Siege in den ersten 12 Spielen. Doch lange sollten die Probleme nicht anhalten. Im November und Dezember wurden zwischenzeitlich 19 von 21 Spielen gewonnen, und das alles ohne Isaiah Thomas. Das Christmas Game gegen die Warriors in Oakland war aber ein Wendepunkt in der Saison, ab da lief kaum noch etwas gut in Cleveland.


Ken Blaze-USA TODAY Sports


Die Los Angeles Times berichtete als erste, dass LeBron James Anfang Dezember eine Villa in Brentwood, einem Stadtteil von Los Angeles, für ca. $23 Mio. erworben hat. Damit ist dieses Haus sein zweites innerhalb von 2 Jahren, welches er in L.A. gekauft hat. Von seinem neuen Haus aus kann er gleichzeitig die Stadt und den Ozean sehen. Der James Gang (seiner Familie) stehen 8 Schlafzimmer, 10 Badezimmer, ein Aufzug, ein Heimkino, eine Weinkeller und viele andere Dinge zur Verfügung. Kurz nach dem Erwerb ordnete der King sofort ein paar Umbauarbeiten an, welche seine Frau über Monate überwachte. Ihr Traumhaus entstand. 


https://la.curbed.com/2017/12/7/16748132/lebron-james-house-los-angeles-photos


Es waren nicht die einzigen News auf dem Grundstücksmarkt in Los Angeles. Eine Entwicklung war zu erkennen. Mitglieder aus dem inneren Zirkel des Kings fingen an, Häuser in den Nobelvierteln der Stadt der Engel zu erwerben. Einer nach dem anderen. 

War die Entscheidung bereits gefallen?

Im Januar ging es für Cleveland turbulent los. IT kehrte zurück, er konnte dem Team allerdings kaum helfen, was zum Großteil mit seiner offensichtlich noch nicht auskurierten Verletzung zu tun hatte. Im Locker Room der Cavs gab es immer wieder Stress, Details gerieten durch anonyme Spieler an die Medien. Diese vergiftete Atmosphäre spiegelte sich auch auf dem Platz wider. Das Team verlor viel zu viele Spiele, wurde teilweise aus gegnerischen Hallen geschossen. LeBron’s Laune war im Keller, seine passiv- aggressive Art kam immer wieder zum Vorschein. Weder Thomas, noch Crowder, noch Wade konnten sich richtig ins Team integrieren, auch Derrick Rose nahm aus mehr oder weniger unbekannten Gründen eine mehrwöchige Pause von der NBA. James hatte den wohl schlechtesten Januar seiner Karriere, er hatte kaum Lust, zeigte defensiv keinen Einsatz und war mehr und mehr frustriert.

Am 8. Februar, kurz vor der Trade Deadline, wurde das halbe Team innerhalb von einer Stunde umgewürfelt. Zuerst wurden Thomas, Frye und ein geschützter Draft Pick zu den Lakers getradet, um Gegenzug für Larry Nance Jr. und Jordan Clarkson. Ausgerechnet zu den Lakers, die damit den für sie schlechten Vertrag von Clarkson los wurden. Durch diesen Trade brachte sich LA in die Position, 2 Free Agents im Sommer mit Maximal- Verträgen auszustatten.

Danach kam es zu einem 3- Team Trade mit den Utah Jazz und Sacramento Kings, bei dem Cleveland George Hill und Rodney Hood erhielt, und dafür Shumpert, Crowder und Rose abgab.

Zum Schluss wurde Dwyane Wade für einen stark geschützten 2024 Pick nach Miami, in seine alte Heimat, geschickt.

Zum damaligen Zeitpunkt waren sich viele Experten und Fans sicher, dass Cleveland durch ihre Aktionen besser geworden war. Einer war sich dessen besonders sicher, nämlich LeBron James, der nach diesem Tag bis zum Ende der Saison in absolut brillanter Form war.

Obwohl man 4 fähige NBA Spieler bekommen hatte, war sofort klar, keiner von ihnen ist ein All Star Level Spieler, und keiner von ihnen wird das Leben in Ohio verändern. Cleveland hatte auch nach den Tauschgeschäften große Probleme, vor allem defensiver Natur. Offensiv blieb ein Großteil der Arbeit am King hängen, der dieser Rolle jedoch mehr als gewachsen war. Vor der Saison hoffte man, das IT ihn entlasten könne, woraus allerdings bekanntlich nichts wurde.

Am 18. Februar, 10 Tage nach den Cavs Trades, richteten sich alle Augen in der NBA nach Los Angeles. Hier fand das All Star Game statt, Team LeBron gegen Team Steph. Im Staples Center legte James eine beindruckende Vorstellung hin, holte 29 Punkte, 10 Rebounds und 8 Assists, traf den Wurf zum Sieg und wurde dafür zum dritten Mal „All Star Game MVP“. 


https://www.cbsnews.com/news/nba-all-star-game-2018-team-lebron-defeats-team-stephen/


Seine Worte, Los Angeles „sei der perfekte Ort für so ein Event, die Fans sind klasse, und er liebe es hier zu spielen“, dürften bei Magic Johnson und Jeanie Buss gut angekommen sein.

 

Es kamen Gerüchte auf, dass LeBron, zusammen mit seiner Frau Savannah, die All Star Pause genutzt hat, um sich Schulen in der Philadelphia Area anzuschauen. James widersprach, sagte, er sei in LA geblieben, Erholungsurlaub. Die Gerüchte hielten sich, einige Quellen sprachen davon, James hat Leute in seinem Zirkel angewiesen, nach Philadelphia zu reisen.

 


http://newscult.com/and-so-it-begins-76ers-fans-try-to-complete-the-process-by-recruiting-lebron-james-with-billboards/


Es war nicht das einzige Mal, dass LBJ mit den Sixers in Verbindung gebracht wurde. Viele Experten nannten das Team sogar als Favoriten für LeBron’s Dienste.

Viele Teams machten sich im Verlaufe der Saison Hoffnung auf James, es gab neue Schlagzeilen, so gut wie jeden Tag. Am Ende waren es aber alles nur Gerüchte, denn weder von James, noch aus dessen Umfeld kamen irgendwelche Infos.

Am 11. März waren die Cavs zu Gast bei den Lakers. Während des dritten Viertel passierte folgendes: Magic Johnson nutzte die Zeit während einer Spielunterbrechung, und begab sich in Richtung Rich Paul und Maverick Carter, um ihnen die Hand zu geben, und ein paar Worte zu wechseln. Eigentlich keine große Sache, aber Magic wurde schon öfter verwarnt, aufgrund seiner Neigung, über Spieler anderer Teams zu sprechen. Man kannte also seine Tricks. Das Foto sorgte einige Zeit für ein bisschen Unruhe in den Medien, welche dieser Tage auf alle News rund um alles, was auch nur im Entferntesten mit LeBron James zu tun hatte, gierig waren.


https://www.scoopnest.com/user/SLAMonline/973032853834469377-magic-johnson-talking-to-rich-paul-and-maverick-carter-lebron-s-agent-and-business-manager-joevardon


Cleveland beendete die Saison mit 50 Siegen und 32 Niederlagen, gut für Platz 4 im Osten. Die Playoffs waren dann gleichzeitig Licht und Schatten für das Team. Auf der einen Seite war LeBron, welcher Spiel für Spiel heroische Leistungen zeigte, und die Cavs in die Finals führte, auf der anderen war der Rest des Teams, welches einem Playoffs Team absolut unwürdig war. Das Team war alt, langsam, konnte nicht verteidigen, traf die offenen Dreier nicht. Niemand war der zweite Star im Team, nicht einmal Kevin Love spielte gut. Ein kleines Wunder, dass sie im Finale auf die über- favorisierten Golden State Warriors trafen.


https://www.bostonglobe.com/sports/celtics/2018/06/01/late-game-blunder-bad-call-cost-cleveland-chance-steal-game-nba-finals-from-golden-state/nGFEOcawQdcACSdKYp0VpI/story.html


In Game 1 erbrachte James ein selten gesehenes Meisterwerk. 51 Punkte, und eines der individuell besten Spiele seiner glorreichen Karriere. Am Ende reichte es trotzdem nicht, so wie auch in den nächsten 3 Spielen. 

Die Serie war vorbei. Die Saison war vorbei, LeBron’s Karriere in Cleveland war vorbei.


Ken Blaze-USA TODAY Sports


In den folgenden 3 Wochen zog sich James komplett aus dem Fokus der Öffentlichkeit zurück. In den ersten 3 Tagen nach Game 4 der Finals saß er alleine in seinem Haus in Ohio, seine Familie war unterwegs. Er brauchte seine Ruhe. Von allem.

In den nächsten 2 Wochen kam es zu 3 Meetings zu Hause, in denen LeBron mit seinen engsten Beratern über seine bevorstehende Free Agency diskutierte. Man fokussierte sich auf 4 Teams: Cleveland Cavaliers, Philadelphia 76ers, Houston Rockets, Los Angeles Lakers.

James gab seinem Agent, Rich Paul, den Auftrag, diese 4 Organisationen gründlich zu überprüfen, und ihm nach seinem Urlaub auf Anguilla die Details zu präsentieren. Paul blieb in L.A., schließlich hatte er eine ganze Reihe andere Free Agents unter Vertrag.

 

LeBron verbrachte die nächste Woche in der Karibik mit seiner Familie, seinen engsten Freunden und Vertrauten. Dafür mietete er eine Villa für $75.000 pro Woche. Sie nannten es ihre „Decision Cave“. Ein Ort zum Entspannen, aber auch ein Ort, an dem die Zukunft von James und seiner Familie geplant werden sollte.

 


https://fancredsports.com/articles/breaking-news-lebron-james-has-entered-the-decis


Am Samstag, dem 30. Juni 2018, landete sein Privatjet auf dem Van Nuys Airport in L.A., und von da an ging alles ganz schnell. Er traf sich allein mit Rich Paul, sie planten die Kommunikation mit 3 Teams: Cavs, Sixers, Lakers. Der Fokus lag allerdings ganz klar auf den Lakers. Er telefonierte mit Kobe Bryant, und lud Magic Johnson in seine Villa in Brentwood ein.

LeBron erklärte Magic, dass er selbst mit 33 keine Eile habe, und dass er kein Problem damit habe, der erste Star zu sein, der den Schritt Richtung Lakers macht. Er wolle einen Titelanwärter aufbauen, und die Mischung aus jungen Spielern, Draft Picks und Cap Space der Lakers machen das möglich.

Gleichzeitig fand in Oklahoma eine riesige Party statt, und das nur aus einem Anlass. Paul George verkündete, dem Team treu zu bleiben, und bei OKC zu verlängern. Ein Jahr, nachdem er die Pacers um einen Trade bat, fast in Cleveland gelandet wäre, und der ganzen Welt verkündete, er würde nur bei den Lakers unterschreiben, bekamen diese nicht einmal ein Meeting mit ihm.

Ein Tag später kehrten James und seine Frau zurück zum selben Flughafen, diesmal um zu zweit nach Europa zu fliegen. Seine Berater hatten keine Ahnung, ob er eine Entscheidung getroffen hat, geschweige denn, wann er sie verkündet. Vor seiner Abreise, nach seiner Landung in Europa, oder sogar erst nach dem Urlaub. Während er sich auf die Abreise vorbereitete, telefonierte er noch kurz mit Paul, welcher am selben Tag bereits ein Meeting mit Brett Brown und anderen hochrangigen Mitgliedern der Front Office der Philadelphia 76ers hatte.

 

„Ruf die Lakers an“, sagt er.

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